NLV-Veränderungen: "Es ist Zeit zu handeln"

NLV-Präsidentin Rita Girschikofsky ehrte Uwe Wartenberg (li.) und Wolfgang Schirner
ur - (04.12.2017) Die Regie der Sitzungsplaner ging voll auf. Am Vormittag nur gute Nachrichten, dann Mittagessen, dann ans „Eingemachte“, nämlich Veränderungen im NLV-Gebiet. Und die 51 Mitglieder des Verbandsrates (60 hätten es sein können) folgten der Strategie des Präsidiums und zeigten sich nach deutlichen und klaren Worten von Uwe Schünemann (Holzminden), dem designierten Nachfolger der NLV-Präsidentin, zu den geplanten Veränderungen diskussionsbereit, aber auch verständnisvoll, kompetent und problembewusst. Rita Girschikofsky: „Das war heute ein wichtiger Schritt in die richtige Richtung. Wir haben unsere Funktionäre und Mitglieder verstanden und heute haben sie uns auch verstanden. Jetzt beginnt die Arbeit mit Blick auf die Beschlussfassungen auf dem Verbandstag 2018“.


Es war alles für eine harmonische Sitzung des Verbandsrates vorbereitet. Der Nikolaus an jedem Delegiertenplatz und kleine Geschenke sorgten für jeden sichtbar dafür, dass wir uns in der friedlichen Vorweihnachtszeit befinden. Und dann gab es aus der Hand von NLV-Präsidentin Rita Girschikofsky noch zwei Ehrungen, die nicht auf der Tagesordnung standen. Wegen des Überraschungseffekts. Uwe Wartenberg (Hannover), Funktionär und Läufer aus Spaß an der Freude, erhielt die DLV-Nadel in Silber, sein Kollege aus Lüneburg, Wolfgang Schirner (ehemals Mittelstreckler, heute Kampfrichter und Starter), die NLV-Nadel in Gold mit Rubinen. Herzlichen Glückwunsch!


Die NLV-Präsidentin nutzte die Gelegenheit, allen zu danken, die im Verein, auf Kreis-, Bezirks- und Landesebene ehrenamtlich im Dienste der Leichtathletik tätig sind. Das Ehrenamt ist und bleibt eine der wichtigsten Stützen im öffentlichen Leben. Gelegenheit übrigens auch, um Werbung für die EM 2018 in Berlin zu machen. Da zählt Niedersachsen zu den Ländern, in denen im Vorfeld die meisten Tickets verkauft wurden. Zu den Berichten der Präsidiumsmitglieder, die den Delegierten schriftlich vorlagen, gab es auch keinen größeren Gesprächsbedarf. Zufriedenheit allerorten.


Und das gilt auch für die Finanzlage im NLV. Das Jahr 2016 schloss mit einem erklecklichen Überschuss ab, die Finanzen des NLV sind gesund und lassen positiv in die Zukunft schauen. Es zeigt sich aber auch, dass der NLV-Etat stark von öffentlichen Zuwendungen abhängig ist, die nicht immer klar kalkulierbar sind. Der NLV erwirtschaftet 17 Prozent seines Etats aus Mitgliedsbeiträgen, die jährlichen Personalausgaben sind mit 43 Prozent der „dickste“ Brocken im Etat. Der NLV ist aber in der Lage Investitionen aus eigener Kraft zu stemmen, wie zum Beispiel die Relaunch der NLV-Homepage, die mit einem fünfstelligen Betrag veranschlagt ist. Bei einer so positiven Finanzlage musste sich das Präsidium keine Sorge um Entlastung machen, sie erfolgte einstimmig, ebenso wie die Genehmigung des Haushaltsplanes 2018.



Nach dem Mittagessen war dann das „Feld“ für den Tagesordnungspunkt „Veränderungen im NLV“ vorbereitet. Die Präsidentin machte deutlich, dass die vielen Rückmeldungen aus den Kreisen und Bezirken beim Präsidium auf fruchtbaren Boden gefallen seien. Daher der Satz, sozusagen das Motto der Diskussion, „Wir haben verstanden!“. Rita Girschikofsky machte deutlich, dass der Landessportbund auf die Vorstellungen des NLV keinen Einfluss oder gar finanziellen Druck ausgeübt habe. Der Satz, auf den alle gewartet hatten, kam dann von Uwe Schünemann aus Holzminden, der auf dem Verbandstag 2018 als Nachfolger der Präsidentin kandidiert. „Bei Veränderungen im NLV wird die Kreisebene nicht in Frage gestellt. Denn die Vereine, die bei der Verbandsarbeit im Mittelpunkt stehen, erhalten ihre Unterstützung am besten über die Kreisebene.“ Freiwillige Zusammenarbeit oder Fusionen von Kreisen werden durch Präsidium und Geschäftsstelle administrativ begleitet. Allerdings, so Schünemann, Bezirksgrenzen dürfen Zusammenschlüsse nicht behindern. Ziel der ganzen geplanten Veränderungen sei es, den Vereinen und Sportlern einen optimalen Service zu gewährleisten. Eine Bestandsgarantie für die Bezirke gibt es in den präsidialen Überlegungen nicht.


Mit Blick auf die Sportveranstaltungen favorisiert das Präsidium halbtägige Sportevents mit regionalem Bezug anstelle von anonymen ganztägigen Bezirkswettkämpfen. Und über die Regionswettkämpfe in geeigneten Stadien entscheiden alleine die Kreise. Voraussetzung allerdings, es beteiligen sich mindestens drei Kreisverbände, auch über Bezirksgrenzen hinaus. Dann ist auch Platz für neue Veranstaltungsformen, die in Workshops vorbereitet werden. Ganz wichtig: die Einbeziehung der Schulen.


Natürlich gibt es bei der Ausrichtung von Regionswettkämpfen auch jede Menge hauptamtliche Unterstützung. Sie reicht von Serviceleistungen über Sponsorenansprache bis hin zu zentralen Anmeldungen und dem Einziehen von Startgeldern. Unterstützung erfahren die Vereine auch bei der Kooperation „Schule und Verein“, bei der zentralen C-Trainer-Ausbildung für BuFDis, bei der Beratung für Sportstättenförderung bis hin zur Begleitung des Fusionsprozesses von Kreisverbänden.


Wichtigste Ergebnisse: die Kreisverbände bleiben erhalten, freiwillige Fusionen werden unterstützt, es soll moderne überregionale Wettkämpfe geben, Bezirksgrenzen fallen, es wird Workshops zur Optimierung der Serviceleistungen des NLV geben und im Mittelpunkt der Förderung stehen die Vereine. Und das Ziel: Leichtathletik wird wieder Kernsportart in der Schule, Leichtathletik fasziniert bei regionalen Wettkämpfen, Leichtathletik motiviert junge Menschen, sich ehrenamtlich zu engagieren.
Und die Botschaft, die von der Verbandsratssitzung hinaus ins NLV-Land geht: „Es ist Zeit zu handeln!“




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