Unter Flutlicht: Karsten Meier - Mann des Abends

ur - (11.02.2018) Fast unheimlich, manchmal fast gespenstisch, das war die Atmosphäre beim 1. Flutlicht-Crosslauf auf der Sportanlage des VfL Löningen e.V. Während die Streckenmoderatoren sich fast euphorisch an den Nachtlauf von Shanghai in der Formel 1 erinnert fühlten, mussten sich Sportler und Sportlerinnen genauso wie die Zuschauer bei einsetzender Dunkelheit langsam an die Lichtverhältnisse gewöhnen, um nicht den Durch- und Überblick zu verlieren. Rund fünf Stunden dauerte das Programm, das die Besucher mit zum Teil sehr spannenden Rennen in seinen Bann zog. Rund 680 Anmeldungen hatte es für dieses Event gegeben, in das neben den Titelkämpfen der Landesverbände NLV und BLV für die Altersklassen U16 und älter auch der erste Wertungslauf des Deutschen Cross-Cups 2018 für die U18, U20 und U23 integriert war.


Und die positiven Stimmen für dieses ungewöhnliche Sport-Ereignis waren deutlich in der Mehrzahl. NLV-Präsidentin Rita Girschikofsky: „ Es gelingt dem VfL Löningen mit seinem kompetenten und erfahrenen Team immer wieder, für überraschende sportliche Höhepunkte zu sorgen. Bei diesem Verein sind die Cross-Läufe in besten Händen“. Der DLV war durch Wolfgang Hohl, Mitglied im Bundesausschuss Laufen, vertreten. „Die Flutlichtveranstaltung ist eine tolle Idee, sie bereichert den Veranstaltungskalender enorm. Ich hätte mir nur wegen des neuen Cross-Cups und seiner Anreize noch mehr Teilnehmer aus dem gesamten Bundesgebiet gewünscht. Wir wollen mit dieser Laufreihe doch gerade den Nachwuchs fördern“. Armin Beyer, der „Mister Cross-Lauf“ beim ausrichtenden Verein, zieht kurz und bündig das Resümee: „ Experiment geglückt“. Aber auch er hatte mit einer noch größeren Beteiligung bundesweit kalkuliert, wo doch auch die Läufer-Ballungsgebiete wie der Norden und das Ruhrgebiet sozusagen vor der Haustür von Löningen liegen. Aber die Cross-Läufer scheinen wenig reisefreudig zu sein.


Reisefreudig dagegen zeigte sich die LG Braunschweig, die mit mehr als 80 Sportlern und Sportlerinnen fast aller Altersklassen zum Sportgelände an der Ringstraße gereist waren. Und das schlägt sich natürlich auch in den Ergebnissen der Rennen wieder. Aus Braunschweig kam auch sportlich gesehen der „Mann des Abends“, Karsten Meier. Der Langstreckler, der sich gerade auf sein erstes Marathonrennen demnächst in Düsseldorf vorbereitet, entschied klar das Rennen der Männer über die 3790 m für sich. Ein kurzer Antritt an einer kleinen Anhöhe, und schon hatte er sich vom Feld ein wenig abgesetzt. Sieg in 11:52 Minuten. Stark im Spurt war noch Yannik Reihs (Hannover Athletics) aufgekommen, der in genau 12 Minuten Rang zwei belegte, sich damit aber den Titel in der Juniorenklasse sicherte. Der dritte Rang auf dem gut zu durchlaufenden Parcour mit seinen künstlichen Hindernissen und dem harten Boden ging an Viktor Kuk von der LG Braunschweig in 12:18 Minuten. Die Löwenstädter sicherten sich auch die Teamwertung bei den Männern mit 9 Punkten, in der U23-Klasse mit 11 Punkten.


Aber ein Rennen reichte dem künftigen Marathoni Karsten Meier nicht. Wie viele andere trat er auch zum Hauptrennen der Männerklasse über die Distanz von 10280 m an. Auch hier holte er sich den Titel deutlich in 35:05 Minuten vor Nicolai Riechers (OTB Osnabrück) in 35:17 vor Viktor Kuk (LG Braunschweig) in 35:41 Minuten. Auch hier siegten die Braunschweiger in der Teamwertung vor dem OTB Osnabrück.
Ein überlegenes Rennen lief auch Svenja Pingpank (Hannover Athletics) in der Frauenklasse über 3790 m. Sie kam mit der Strecke bestens zurecht und gewann vor ihrer Vereinskameradin Emmanuelle Gerbeaux in 14:25 Minuten. Bronze ging an Julia Börner von der LG Göttingen in 14:49. Svenja Pingpank war auch die erfolgreichste Juniorin über diese Distanz vor Marie Pröpsting (VfL Eintracht Hildesheim) und Tessa Roos von dem SV Holtland.


In der männlichen Jugend U16 verbuchte die LG Braunschweig einen dreifachen Erfolg. In der Reihenfolge Dustin Zeuner, Ole Krohne und Jonas Kruse liefen die jungen Athleten ins Ziel ein und sicherten sich mit der bestmöglichen Punktzahl von sechs Zählern auch die Teamwertung. Bei der weiblichen U16 über 2310 m hatte Marit Schute (LAV Meppen) in 8:43 Minuten die Nase vorn. Relativ knapp war der Zieleinlauf bei der MJ U20 über 3790 m. Es siegte Maximilian Pingpank (Hannover Athletics)(12:21) vor Nils Huhtakangas (LG Osnabrück)(12:25) und Max Dieterich (LG Braunschweig)(12:27). Ganz überlegen dagegen war in der WJ U20 Josina Papenfuß von der TSG Westerstede. Sie siegte in 13:50 Minuten vor Jana Beyer (LG Eichsfeld) in 14:14 Min und war damit beachtliche 35 Sekunden schneller als die Frauensiegerin. Die Läuferin aus Westerstede präsentierte sich bei ihrem Rennen durchaus „flutlicht-geeignet“. Auch wenn Trikot und Startnummer bei der einbrechenden Dunkelheit nicht zu erkennen waren, so war ihr Laufstil mit dem energischen Einsatz der Arme auch auf weite Sicht nicht zu verwechseln.


Bei der MJ U18 fiel die Entscheidung auch erst auf den letzten Metern der Distanz. Im Spurt hatte Jonas Just (LG Osterode) in 12:53 die Nase knapp vor Timo Kruse (LG Braunschweig) 12:55 und Finn-Jona Loddoch (VfL Eintracht Hildesheim)13:04 Minuten. Der VfL Löningen war nicht nur als Ausrichter erfolgreich, er nutzte auch seinen Heimvorteil und sicherte sich vier Landestitel. In der WJ U18 ging Annasophie Drees als Favoritin ins Rennen über 3790 m. Von Beginn an dominierte sie den Rennverlauf und hatte nach 14:32 Minuten ihren Vorsprung vor Amelie Vedder (SV Union Meppen) auf 30 Sekunden ausgebaut.


Die nächsten Veranstaltungen im Cross-Cup unter der Schirmherrschaft des DLV für deutsche Nachwuchsläufer finden am 10. März in Ohrdruf, am 10.November in Pforzheim und am 25 November in Darmstadt statt.




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