Starterlehrgang in Tostedt

um-ws - (14.04.2014) Der NLV lud zu einer Startergrundaus- und fortbildung nach Tostedt ein. Unter der Lehrgangsleitung von Joachim Mehler (Bezirkskampfrichterwart LG) referierte Wolfgang Schirner (Lehrteam und Landesteam Start) vor 15 Teilnehmern in einem Gruppenraum im Sportzentrum Tostedt am Düwelshöpen. Neun von ihnen absolvierten die Grundausbildung; von den sechs Teilnehmern an der Fortbildung kamen fünf aus dem benachbarten Landesverband Hamburg, die die Möglichkeit der in Hamburg fehlenden Fortbildungsmöglichkeiten nutzten.

Der Vormittag war der Theorie gewidmet. Den Neulingen wurden die notwendigen Regeln vorgestellt und erläutert sowie die notwendigen Formalien dargestellt. Wie ist ein Starterteam mindestens zu besetzen und welche Kommunikationsnotwendigkeiten ergeben sich im Rahmen einer Leichtathletikveranstaltung innerhalb des Kampfrichterteams, um Sicherheit zu gewährleisten. Konkret wurde darauf hingewiesen, dass i.d.R. nie eine optimale Besetzung des Starter- und bzw. Kampfrichterteams mangels Personals zu erreichen ist und meist mit einer minimalen Personalausstattung auszukommen ist. Dabei stand der Anspruch bzw. die Forderung im Vordergrund, dass mindestens zwei Starter sowie mindestens ein Startordner für einen ordnungsgemäßen Start verantwortlich zeichnen müssen!

Die Definition, welche Aktivenaktionen als Fehlstart zu werten sind, war selbstverständlich Kernpunkt der Ausbildung. Aber auch der Umgang mit den, den Start störenden und beeinflussenden Aktionen gehörte selbstverständlich ebenfalls zum Ausbildungsprogramm.

Hier machte sich die Fortbildungssituation positiv bemerkbar, denn die „alten Hasen“, also die erfahrenen Starter, konnten mit ihren Erlebnissen und Erfahrungswerten zur Regelauslegung und Verhaltensregelung beitragen. Es wurden auch recht intensive Diskussionen geführt, die aber mitunter den Zeitrahmen zu sprengen drohten.

Wichtig war auch die Orientierung auf der Laufbahn (wo befindet sich welche Startlinie) sowie der formale Startablauf.

Schwerpunkt war die Waffenkunde. Auch für die Fortbilder war es doch recht schwierig, die richtige Waffe als Anscheinwaffe und damit als potentielle Startwaffe zu identifizieren. Da Starter es mit „Anscheinwaffen“, also mit täuschend den scharfen Waffen ähnelnden Revolvern, zu tun haben, ist besonders der Themenbereich „Waffenrecht“ und „Sicherheit“ ein Schwerpunkt der Ausbildung – nicht nur der Sicherheit für den Waffenführenden sondern auch gegenüber den Ordnungsorganen. Negative Beispiele von falscher Handhabung (teilweise auch aus Teilnehmererfahrungen) ergänzten den nachdrücklichen Hinweise, grundsätzlich einen Startrevolver als gefährlichen Gegenstand zu betrachten und daher die Sicherheit für sich selber als auch für das Umfeld im Einwirkungsbereich im Umgang mit diesen Gegenständen nie außer Acht zu lassen.

Nach einer kurzen Mittagspause wurden dann praktische Übungen auf der nahegelegen Sportanlage des MTV Tostedt durchgeführt. Hilfreich waren Aktive aus der örtlichen Trainingsgruppe des MTV Tostedt, die sich als „Laborratten“ (Anm.: der Begriff wurde einmal von Ulrich Michel geprägt) zur Verfügung stellten. Während die Teilnehmer – aufgeteilt in Starterteams – dann Startabläufe übten, mussten sie sehr darauf achten, dass die vorgegebenen Fehler, die der Referent an den einen oder anderen Sportler zur Ausführung beauftragte, auch erkannt wurden. Selbst erfahrene Starter hatten da mitunter ihre Probleme…

Aufgrund der hohen Teilnehmerzahl am Lehrgang war der praktische Teil leider nicht in der ursprünglich beabsichtigten Intensität durchführbar. Besonders litt die Ausbildung in der Handhabung der Startwaffen, die sich dann zwangsläufig darauf beschränkte, denen, die noch nie eine Waffe in der Hand hielten, eine entsprechende Unterweisung zu geben.

Nach der praktischen Übung ging es dann wieder in den Gruppenraum zurück. Hier fand dann eine schriftliche Prüfung statt, die alle Anwesenden, also auch die Fortbilder, problemlos bestanden.

Lehrgangsleiter und Referent gratulierten den frischgebackenen Starterinnen und Startern zum erfolgreichen Abschluss ihrer Ausbildung. Wolfgang Schirner wies aber darauf hin, dass nur die praktische Anwendung des Erlernten zu einem souveränen Starter führt. Die Praxis ist die zwingende Notwendigkeit. Er wünschte allen ein erfolgreiches Wirken, um den Athleten und Athletinnen einen ordnungsgemäßen Start zu garantieren.

Es bestanden den Lehrgang: Jürgen Schwarz (Lüchow), Daniel Stolper, Rebecca Stolper, Lisa Sölter (alle Stadthagen), Mark Oppermann (Scheeßel), Wilfried Behrens, Siegmund Weniger (beide Nordholz), Richard Schmid (Delmenhorst), Jens Emmerich (Garbsen) und Sven Uentzelmann (Göttingen/Hamburg). Fortgebildet wurden Jens Möller (Tostedt) sowie Klaus-Peter Kahle, Hans-Ulrich Klüver, Bernhard Riedel, Jörg Tobaben und Bernd Gabriel (alle Hamburg).

Wolfgang Schirner




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