„Die Zukunft bewegen“ - 4. Bildungskongress des NLV und BSN mit Unterstützung von TTVN und NWVV

Eine beeindruckende Teilnehmerzahl bei der Eröffnung des 4. Bildungskongresses
wb-hw - (27.04.2017) Am 22. April 2017 fand in Hannover der 4. Bildungskongress „Die Zukunft bewegen“ statt. Die beiden Ausrichter - Niedersächsischer Leichtathletik-Verband e. V. (NLV) und Behinderten-Sportverband Niedersachsen e. V. (BSN) - blicken auf eine außerordentliche Veranstaltung zurück. Der Moderator Clemens Löcke konnte in seinen Begrüßungsworten in über 350 erwartungsvolle Teilnehmergesichter schauen und führte aus, „… beim inzwischen 4. Kongress kann man schon von Tradition sprechen“.

Im lockeren Gespräch auf der Bühne mit Rita Girschikofsky, Präsidentin des NLV, und Karl Finke, Präsident des BSN, wurde festgehalten, dass mit 350 Teilnehmerinnen und Teilnehmern ein neuer Besucherrekord zu verzeichnen ist. „Neben den Landesmeisterschaften, die die beiden Verbände gemeinsam ausrichten, ist der Bildungskongress ein weiteres Zeichen für die gute Zusammenarbeit“, so Girschikofsky.
Karl Finke hob hervor, dass „es gelebte Inklusion ist, was beide Verbände inzwischen gemeinsam geleistet haben“ und er ist zuversichtlich, dass neben dem Tischtennisverband Niedersachsen e. V. (TTVN) und dem Nordwestdeutschen Volleyballverband e. V. (NWVV), die diese Veranstaltung freundlicherweise unterstützt haben, auch weitere Sportfachverbände hinzu kommen werden. Dass der Bereich Bildung für beide Verbände sehr wichtig ist, zeigte die Anwesenheit vieler Präsidiumsmitglieder. Es konnten Dr. Vera Jaron  (Vizepräsidentin Bildung im Deutschen Behindertensportverband und Vizepräsidentin Rehasport im BSN), Dr. Peter Wachtel (Vizepräsident Bildung im BSN), Herbert Michels (Vizepräsident Leistungssport im BSN), Jutta Schlochtermeyer (Vizepräsidentin Inklusion im BSN) sowie Bernd Rebischke (Vizepräsident Bildung im NLV) ganz herzlich begrüßt werden. Weiterhin war auch Heiner Rust, Ehrenpräsident des BSN, anwesend.

Zu Beginn wurden in zwei Impulsreferaten aktuelle Entwicklungsthemen angesprochen. Frau Prof. Dr. Gudrun Doll-Tepper griff mit ihrem Thema „Sportentwicklung - wohin bewegt sich der Sport?“ die aktuelle Situation des organisierten Sports auf. Als Vizepräsidentin Bildung und Olympische Erziehung im Deutschen Olympischen Sportbund (DOSB) ist sie mit der aktuellen Situation im Sport und seinen Herausforderungen in der heutigen Gesellschaft bestens vertraut. So konnte sie im Hinblick auf die Mitgliederentwicklung deutlich machen, dass die 27- bis 40-Jährigen nach wie vor die Altersgruppe ist, die in den Sportvereinen verhältnismäßig unterrepräsentiert ist. Auch den Übungsleitern und den Trainern im Sportverein kommt eine Schlüsselfunktion zu. Sie übernehmen eine wesentliche Funktion in unserer Gesellschaft, insbesondere wenn es um Themengebiete wie Integration, Inklusion oder Schulsport an Ganztagsschulen geht. „Trainer und Übungsleiter erfahren zu wenig gesellschaftliche und bildungspolitische Anerkennung“, führte Doll-Tepper aus und forderte mehr Rückhalt in der Gesellschaft. Mit der Einführung und finanzieller Unterstützung von „Inklusionsmanagern“ in Sportvereinen macht der DOSB deutlich, wie wichtig auch ihm die Umsetzung der Behindertenrechtskonvention der UN ist. Doll-Tepper wies zum Schluss darauf hin, wie notwendig die Anforderung an die Sportorganisation ist, sich immer wieder auch mit ihren Sportangeboten neu und modern aufzustellen. Die vielfältigen Themen dieses 4. Bildungskongresses zeigen beeindruckend, dass hier beide Verbände auf einem beispielhaften Weg sind.
Sicherlich haben sich manche Teilnehmer gefragt, was das Thema „Hirnforschung - wohin bewegt sich das Gehirn?“, vorgetragen von Prof. Dr. Henning Boecker, Leiter Klinische Funktionelle Neurobildgebung an der Universitätsklinik Bonn, mit einem Bildungskongress für Trainer und Übungsleiter zu tun hat. Doch sehr schnell wurde deutlich, dass Boecker einen unmittelbaren und direkten Bezug herstellen konnte, wie sich sportliche Aktivität auf die Funktion und Entwicklung des menschlichen Gehirns auswirken können. Im Gegensatz zu früheren Lehrmeinungen kann heute durch viele wissenschaftlich belegte Studien nachgewiesen werden, dass durch ganz bestimmte Situationen der Mensch in der Lage ist, neue Nervenzellen und neue synaptische Verbindungen im Gehirn auszubilden - und dies unabhängig vom Lebensalter. Hinzu kommt, dass heute bildgebende Verfahren existieren, mit denen Aktivitäten im Gehirn dargestellt werden können. Ein Forschungsschwerpunkt von Boecker ist die Verarbeitung von Schmerz im Gehirn. Hier konnte u. a. nachgewiesen werden, dass (Leistungs-)Sportler den Schmerz (z. B. beim Wettkampf) wesentlich besser verarbeiten und damit „Beiseite-drängen“ können als Nichtsportler. Weiterhin führte Boecker aus, dass in absehbarer Zukunft sehr viele Menschen unter Alzheimer/Demenz leiden werden. Auch hier kann das Training des menschlichen Gehirns - auch in Verbindung mit gesunder Ernährung UND sportlicher Aktivität - einen positiven Einfluss auf die Funktion des Gehirns ausüben.

Nach diesen beiden hochinteressanten Vorträgen konnten die Teilnehmerinnen und Teilnehmer aus insgesamt 2 x 35 Vorträgen/Workshops in Theorie und Praxis auswählen, was sie gern sehen, ausprobieren oder hören wollten. 35 fachkundige Referentinnen und Referenten boten im 45-Minutentakt ihre Themen an. „Hier ist wirklich für jeden Teilnehmer etwas dabei und ich bin sicher, das breitgefächerte Angebot wird sehr gut ankommen“, freut sich Wiebke Bültena, Referentin für Aus-, Fort- und Weiterbildung im NLV. Im Vorfeld arbeiteten unermüdlich und mit viel Herzblut Daniela Minkus (FSJ-lerin im NLV), Dania Lorie und Kristin Müller (Praktikantinnen von der Sabine-Blindow-Schule Hannover), um einen reibungslosen Ablauf der Veranstaltung zu gewährleisten.
Erfreulicherweise wurde die Veranstaltung durch mehrere Partner der Verbände unterstützt. Sie waren als Aussteller vor Ort und konnten interessierten Trainern und Übungsleitern in vielerlei Hinsicht Auskunft erteilen. Wir bedanken uns daher bei: AOK, novo nordisk, Cellagon, Schäper und Sport-THIEME. Weiterhin hat uns Herr Peters von „audio-coop“ mit seinem schnellen Bühnenauf- und -abbau einfach nur begeistert - herzlich Dank dafür.

Dr. Peter Wachtel konnte bereits nach kurzer Zeit feststellen, „die Stimmung ist fantastisch, die Qualität und Vielfalt der Angebote sind einzigartig und wir sehen nur zufriedene Gesichter“. Harald Will (Ressortleiter Bildung im BSN) zeigte sich mit seiner Kollegin Wiebke Bültena vom NLV am Ende der Veranstaltung sichtlich zufrieden. „Es erfüllt mich immer wieder mit Stolz, wie viele Referenten ihre Zeit für eine solche Veranstaltung opfern, um gemeinsam dazu beizutragen, dass Bildung nicht nur ein formulierte Floskel bleibt, sondern mit Leben gefüllt wird“, so Harald Will. Darüber hinaus zollte er den Teilnehmern Anerkennung für ihre Bereitschaft, sich samstags fortzubilden.

Die Veranstalter möchten sich bei allen, die mitgewirkt haben, ganz herzlich für Ihren persönlichen Einsatz im Rahmen dieser Veranstaltung bedanken. Ihr Mitwirken und Ihr Engagement haben maßgeblich dazu beigetragen, dass 350 Teilnehmerinnen und Teilnehmer am Ende des Tages mit hochzufriedenen Gesichtern nach Hause gegangen sind.

Die uns erreichte Rückmeldung am Tag nach der Veranstaltung beschreibt beispielhaft, wie der Kongress bei den Teilnehmern angekommen ist:

“Eine ganz besondere Leistung zieht einen ganz besonderen Dank nach sich. Was ihr  anlässlich des Bildungskongresses auf die Beine gestellt habt, war sensationell gut und aller Ehren wert. Aus den professionellen Referaten von Prof. Dr. Gudrun Doll-Tepper und Prof. Dr. Henning Boecker habe ich  viele nützliche Anregungen bekommen, die bei Umsetzung  auf eine hoffnungsvolle Zukunft für unseren Verein hindeuten. Auch die besuchten Workshops waren allesamt sehr informativ und von den Referenten mit sehr viel Engagement und Herz versehen. Letztlich ist die Superorganisation zu erwähnen, alles hat wie am Schnürchen geklappt und das mit über 350 Teilnehmern. Chapeau, besser geht es nicht.  Tausend Dank, ich freue mich schon auf die nächste Veranstaltung beim NLV und BSN in Hannover. Mit besten Grüßen im Namen aller Teilnehmer unseres Vereins.“








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