Nachruf: Edo Christophers, NLV-Vizepräsident, im Alter von 72 Jahren gestorben

VLE - (24.01.2018) Zuletzt fast täglich hatten wir telefoniert, uns die besten Wünsche für das neue Jahr ausgesprochen, zu aktuellen Themen und zuletzt die der kommenden Präsidiumssitzung abgestimmt. Dann kam die Absage der Sitzungsteilnahme und zwei Tage später der erschütternde Anruf seiner Ehefrau: Am Freitag, 19. Januar, ist Edo Christophers, Vizepräsident für Breitensport und Sportentwicklung des NLV, verstorben, einen Tag nach seiner Einlieferung ins Krankenhaus.

Edo Christophers war seit dem 16. November 2014 Vizepräsident beim NLV, zuvor als Grundlage für sein Amt mehr als vier Jahre Mitglied in der damals von Dieter Krüger geleiteten Fachkommission Breitensport und Sportentwicklung. Der Kontakt zum NLV resultierte aus seiner 26jährigen Arbeit bei der AOK Niedersachsen, wo er zuletzt für Kooperationen der Gesundheitskasse mit dem organisierten Sport zuständig war. Neben dem NLV betreute er damals auch den Niedersächsischen Fußballverband und war unter anderem im Bereich "Prävention" tätig.

Ein kurzzeitiger Weggefährte von Edo Christophers war Hans-Jürgen Kolbow. Mit Begeisterung suchte der Vorsitzende des NLV-Kreises Aurich damals ein Beweisfoto hervor. Angefangen als Kurzsprinter beim MTV Aurich, führte Edos sportlicher Werdegang ihn jedoch schon bald weiter zu den Ballsportarten, hier vor allem Volleyball, was ihm einen Platz in Schulauswahl-Mannschaften einbrachte. Als er in Hannover sein Studium für "Höheres Lehramt" abschloss, war er bereits beim Turn Klubb zu Hannover bei Volleyball-Punktspielen aktiv. Es folgte ab Anfang der 70er Jahre eine lange Zeit als Funktionär, Schiedsrichter - mit 15 internationalen Einsätzen - und Trainer insbesondere beim Turnklub Berenbostel. Seine weiteren beruflichen Stationen, beispielsweise als Dozent oder Pressesprecher, waren ebenfalls vielfältig, abwechslungsreich und spannend.

Auch wenn Edo Christophers lange Zeit in Garbsen bei Hannover wohnte, hatte er seine Wurzeln weiter nördlich - war sein Vater Ewald doch "die Stimme Ostfrieslands". Hier war es auch, wo seine Liebe zur Eisenbahn ihren Anfang nahm, die ihm zur Anschaffung unzähliger Modelleisenbahnen und nach der Premiere des Wettlaufs Mensch gegen Maschine im Jahr 2015 schließlich zu seinem Posten als Pressesprecher beim Deutschen Eisenbahn-Verein (DEV) verhalf. Als Kind war er selbst mit einer Klein- oder Schmalspurbahn mit seiner Mutter von Plaggenburg nach Aurich zum Einkaufen gefahren.

Lebensfroher Familienmensch und Weltenbummler mit einem stets offenen Ohr

Edo war ein lebensfroher Familienmensch, auch wenn es das Schicksal nicht immer gut mit ihm meinte. Früh und plötzlich verstarb seine erste Ehefrau und Mutter seiner Tochter Mareke und seines Sohnes Eike. Mit seiner zweiten Frau Hanne genoss er das Leben in vollen Zügen - eine Weltreise und Städtetrips standen zeitweise ganz oben auf ihrer Liste, zuletzt erfüllte er sich noch den Wunsch, einen dunkelroten Ford Mustang sein Eigen zu nennen. Seine Tochter überraschte er früher mit einem gemeinsamen Konzertbesuch in London. Mareke begleitete ihn überdies zu "seinen" Veranstaltungen, bei der Siegerehrung des Mehrkampfcups Braunschweiger Land, dem Wettlauf Mensch gegen Maschine oder auch der Fahrzeugparade des DEV war sie ein gern gesehener Gast. Um Paula, seine Boxerhündin, die Postboten nicht gerade liebte und Staubsaugern hinterherjagte, kümmerte er sich liebevoll. Bis zuletzt genoss Edo die schönen Dinge des Lebens, hatte dabei stets ein offenes Ohr für andere und auf Wunsch einen Rat parat. Niemals drängte er sich in den Vordergrund, wenn ihm - wie er es selbst ausdrückte - "das notwendige Hintergrundwissen" fehlte. Eine beispielhafte und nachahmenswerte Einstellung.

Die Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter der NLV-Geschäftsstelle, das Präsidium und die Mitglieder der Fachkommission trauern um einen liebevollen und herzensguten Menschen. Unser tiefes Mitgefühl gilt seiner Frau und seinen Kindern. Die NLV-Mitarbeiter wünschen viel Kraft.

Jetzt, da der Abschied endgültig ist, tut es unendlich weh, mehr als nur einen Kollegen und Fachvorgesetzten verloren zu haben. An den Mittwochvormittagen, unserer wöchentlichen "Telefonverabredung", wird etwas fehlen. Du hast unser Wirken so sehr bereichert. Mit dem Wettlauf Mensch gegen Maschine werden wir Dir ein Andenken wahren. Damals bat uns der DEV mit den Worten "Wir können Eisenbahn, aber nicht laufen" um Unterstützung - Du verbandest beide Welten.

"Niemals geht man so ganz, irgendwas von mir bliebt hier, es hat seinen Platz immer bei dir." (Trude Herr)

Danke Edo - in unserem Herzen lebst Du weiter.

Die Urnen-Beisetzung findet auf Edo Christophers Wunsch hin im engsten Familienkreis statt.

Viktoria Leu (Referentin für Breitensport & Sportentwicklung), im Namen des NLV-Präsidiums, der Fachkommission Breitensport & Sportentwicklung sowie den weiteren Mitarbeitern der NLV-Geschäftsstelle




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