Springer-Meeting Garbsen: EM-Normen und Rekorde

Fotos: Jörg Großmann
bg/red. - (13.05.2018) Birte Grote

Die Dreispringer Kristin Gierisch, Neele Eckhardt und Max Heß haben am Sonntag in Garbsen die EM-Normen erfüllt, außerdem Hochspringer Mateusz Przybylko und seine Disziplinkollegin Imke Onnen. Die 23-Jährige sorgte für den emotionalen Höhepunkt der Veranstaltung, als sie nach einem Jahr Verletzungspause 1,93 Meter überquerte.


Mit Freudentränen in den Augen war Imke Onnen die einzige Athletin, die auf der Anlage noch einen Wettkampf bestritt. Gerade hatte sie bei ihrem Comeback mit 1,90 Meter die EM-Norm geschafft und nahm mutig Anlauf für die nächste Höhe - und übersprang auch die 1,93 Meter. Vom heimischen Publikum heftig umjubelt setzte sie sich an die Spitze der deutschen Bestenliste.


„Ich kann es gar nicht glauben. Das ist ein so unbeschreiblich schönes Gefühl", sagte die neue Meeting-Rekordhalterin. „Ich hatte so lange Verletzungsprobleme, das war eine schwere Zeit. Ich hatte eher mit 1,80 bis 1,85 Meter gerechnet."


Extraklasse war auch der Hochsprung der Männer. Obwohl er sich beim Sprung über 2,23 Meter am Fuß weh getan hatte, biss Mateusz Przybylko auf die Zähne und sprang im ersten Versuch über 2,26 Meter. „Das war das Muss heute, die Norm wollte ich jetzt haben“, sagte der Leverkusener hinterher. Und weil er sich beim Einspringen so gut gefühlt hatte, ging der Wettbewerb weiter. Die 2,30 Meter schaffte er unter dem Jubel der begeisterten Zuschauer im dritten Versuch.


Zu dem Zeitpunkt war der Dritte der Hallen-WM nur noch mit seinem niederländischen Trainingspartner Douwe Amels im Wettbewerb. Dieser scheitere jedoch im dritten Versuch knapp. Mateusz Przybylko, der seinen Anlauf verändert hat und nun weiter von der Anlage weg abspringt, stehen anstrengende Wochen bevor. „Durch die Diamond League-Meetings kommt nun noch Reisestress dazu, aber das nehme ich gerne in Kauf, um in solchen Feldern springen zu können.“, erklärte der 26-Jährige.
Passabler Saisoneinstie

Der Bruder der Überraschungssiegerin, Eike Onnen (Hannover 96), hatte bei 2,23 Meter im ersten Versuch noch viel Luft, riss dann jedoch dreimal die aufgelegten 2,26 Meter. Ebenfalls 2,23 Meter im Dritten übersprang Universiade-Sieger Falk Wendrich, der dann mit Schmerzen im Fuß auf den dritten Versuch über 2,26 Metern verzichtete.


Nach langer Verletzungspause meldete sich Dreispringerin Kristin Gierisch mit einem Fingerzeig Richtung Konkurrenz zurück. Obwohl sie nach einem Ermüdungsbruch im Schienbein erst im Januar wieder trainieren konnte, stieg sie gleich mit 14,31 Metern in die Saison ein. „Das ist noch nicht das, was mein Trainer und ich uns vorgenommen haben. Aber ich bin für den ersten Wettkampf zufrieden.“


Mit 13,92 Metern schaffte auch Neele Eckhardt (LG Göttingen) die EM-Norm. Jenny Elbe (Dresdner SC) blieb mit 13,87 Metern nur drei Zentimeter darunter. „Ich bin schon viel zufriedener als mit dem Saisoneinstieg in Doha", lautete das Fazit von Dreisprung-Europameister Max Heß nach seiner Siegesweite von 16,83 Metern. Damit setzte er einen Haken hinter die EM-Norm. Sein Trainingspartner Benjamin Bauer übersprang erstmals die 16-Meter-Marke und schob sich mit 16,02 Meter in der deutschen Besenliste auf Rang zwei vor.



Nur zwei Zentimeter unter dem Richtwert für die Europameisterschaften in seiner Heimatstadt blieb Stephan Hartmann (LG Nord Berlin). Er siegte mit 7,93 Metern.


Den Weitsprung-Wettbewerb der Frauen gewann eine ganz junge Athletin. Lea-Jasmin Riecke vom Mitteldeutschen BC steigerte sich zunächst auf 6,30 Meter und legte dann noch 6,38 Meter nach. Damit hakte sie die Norm für die U20-WM ab und steigerte ihre Bestleistung um zehn Zentimeter.

Rita Girschikofsky, NLV-Präsidentin, ehrte im Rahmen der Veranstaltung den "Meeting-Chef" Bernd Rebischke mit der goldenen DLV-Ehrennadel. Seit 19 Jahren organisiert Rebischke das Meeting, war erfolgreicher Weitspringer und Bundestrainer und gehört seit vielen Jahren dem NLV-Präsidium an.

Quelle: Leichtathletik.de




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