Deutsche Meisterschaften in Nürnberg: Neele Eckhardt wird deutsche Meisterin – Fabian Dammermann läuft EM-Norm

Der strahlende Normerfüller und DM-Dritte Fabian Dammmermann (Fotos: NLV)
jg - (23.07.2018) Nach 2015 fanden in diesem Jahr wieder die deutschen Meisterschaften im mittelfränkischen Nürnberg statt. Neele Eckhardt konnte mit den schwierigen, regnerischen Witterungsbedingungen vor Ort am besten umgehen und wurde deutsche Meisterin im Dreisprung. Fabian Dammermann lief nach einem Weltklasse-Endspurt auf der Zielgeraden zu Bronze über 400 Meter und löste gleichzeitig das Ticket für die Heim-EM in Berlin.

Bei teilweise strömendem Regen im Max-Morlock-Stadion maßen sich am ersten Wettkampftag Deutschlands beste Dreispringerinnen um die Göttingerin und aktuell zweitbeste Deutsche Neele Eckhardt (LG Göttingen). Mit 14,21 Metern im dritten Versuch verdrängte sie die zu diesem Zeitpunkt vorne liegende Favoritin Kristin Gierisch um sechs Zentimeter auf den zweiten Platz. Nach drei weiteren Durchgängen änderte sich die Lage der beiden bereits für die EM nominierten Dreispringerinnen nicht und somit gewann Neele Eckhardt nach ihrem Triumph in der Halle nun auch den deutschen Meistertitel in der Freiluft-Saison 2018.

Imke Onnen (Hannover 96) und Lale Eden (Heidmühler FC) hatten ebenso beim Hochsprung der Frauen mit dem regnerischen Wetter zu kämpfen. Umso glücklicher zeigte sich Imke Onnen mit dem zweiten Platz und übersprungenen 1,84 Meter. „Der Regen und die frischen Außentemperaturen ließen uns Athletinnen immer schnell wieder kalt werden, daher bin ich mit den 1,84 Meter sehr zufrieden“, freute sich die Hannoveranerin. Lale Eden erreichte mit 1,75 Meter den vierten Platz.
 
In einem historisch schnellen 400 Meter Finale der Männer, in dem vier Athleten unter 46 Sekunden blieben, setzte Fabian Dammermann (LG Osnabrück) auf der Zielgeraden zu seinem altbekannten Schlussspurt an und sprintete auf den letzten Metern auf den dritten Platz. Der deutsche U23-Meister pulverisierte seine bisherige Bestzeit von 46,70 Sekunden auf 45,94 Sekunden. Im Ziel konnte er es selbst kaum glauben, was er da gerade gelaufen war. „Es fühlte sich nicht wie unter 46 Sekunden an“. Gleichzeitig belohnte sich der Schützling von Heimtrainer Anton Siemer mit der Erfüllung der EM-Norn (46,00 Sekunden) für Berlin. In der 4x400 Meter Staffel werden wir Fabian Dammermann somit bei der Heim-EM sehen.

Für ein weiteres Highlight des Wochenendes sorgten Dammermanns Vereinskollegen über die 4x400 Meter der männlichen Jugend U20. Schon seit mehreren Jahren veranstaltet der DLV im Rahmen der deutschen Meisterschaften die deutschen Jugend-Meisterschaften der Langstaffeln. Nach Platz 8 im Vorjahr war nun das große Ziel, das Podium zu erreichen. Verstecken brauchten sich Adrian Düring, Finn Stuckenberg, André Rohling und Felix Hasselmann nicht, so waren sie doch mit der deutschen Jahresbestleitung angereist. Nachdem diese bereits im Vorlauf (3:19,04 Minuten) verbessert wurde, setzte das Quartett der LG Osnabrück im Finale auf beeindruckende Weise noch einen drauf. Schlussläufer Felix Hasselmann überquerte in 3:16,32 Minuten als Zweiter die Ziellinie. Am Ende musste man sich nur dem SC Potsdam geschlagen geben.

In den weiteren Jugendwettbewerben liefen die Mädchen des VfL Löningen (Beckmann, Drees, Krebs) in beachtlichen 6:54,91 Minuten auf den vierten Platz über 3x800 Meter. Das Trio von Eintracht Hildesheim (Yazdan Pourfard, Riedel, Vogelgesang) wurde ebenfalls starker Sechster in 6:56,63 Minuten. Während die Hildesheimerinnen ihre Meldeleistung um mehr als 13 Sekunden verbesserten, waren es bei den Löningerinnen sogar mehr als 17 Sekunden schneller. Bei den Jungen in der U20 erreichte die StG Löningen-Bothfeld-Melle (Seelhöfer, Siemer, Iglesias) über 3x1000 Meter den fünften Platz (7:30,38 Minuten), die LG Osnabrück (Huhtakangas, Vennemann, Schöning) in 7:41,79 Minuten den achten Platz.

Auf der Laufbahn überzeugte auch vor allem die Wolfsburgerin Pernilla Kramer (VfL Wolfsburg). Nachdem über 100 Meter nach dem Vorlauf (11,93 Sekunden) bereits Endstation gewesen war, sprintete sie bei ihrer ersten Teilnahme an Deutschen Meisterschaften über 200 Meter ins Finale und wurde dort grandiose Vierte in neuer persönlicher Bestleistung von 23,52 Sekunden.  Im gleichen Lauf freute sich mit Hanna-Marie Studzinski (Eintracht Hildesheim) eine weitere Niedersächsin über eine neue Bestleistung. Platz 8 und 23,68 Sekunden standen für die Hildesheimerin auf der Anzeigetafel. Am Vortag erreichte sie über 100 Meter noch das Halbfinale (11,88 Sekunden). Schnellste Niedersächsin auf der 100 Meter Distanz war Anna-Lena Freese (FTSV Jahn Brinkum) in 11,75 Sekunden, für welche allerdings auch nach dem Halbfinale Schluss war.

Lea Meyer (VfL Löningen) lieferte sich über 3.000 Meter Hindernis auf den letzten 100 Metern ein spannendes Duell mit Josina Papenfuß (TSG Westerstede) um den achten Platz. Im Ziel war die Löningerin dann nur drei Hundertstelsekunden schneller als U20-Athleten Josina Papenfuß, die in 10:06,96 Minuten eine neue persönliche Bestleistung aufstellte, nachdem sie Anfang der Woche erst von den U20-Weltmeisterschaften aus Finnland zurückgekehrt war.

Karsten Meier (LG Braunschweig), Anfang der Saison noch sensationell deutscher Meister im Halbmarathon in Hannover geworden, versuchte sich in Nürnberg an den 5.000 Metern. In einem Meisterschaftsrennen, welches der Sachse Sebastian Hendel (14:16,54 Minuten) gewann, wurde der 26-Jährige Elfter in 14:29,16 Minuten.

Zum Abschluss der deutschen Meisterschaften 2018 gab es nochmal ein erfolgreiches Abschneiden über die Viertelmeile zu feiern. Die 4x400 Meter Staffel von Hannover 96 um Kai Szybiak, Alexander Juretzko, Jannik Rehbein und Alexander Gladitz erreichte in ihrem Zeitfinale den zweiten Platz und reihte sich mit 3:14,32 Minuten im Gesamtklassement auf dem siebten Rang ein. 
 
Ohne die Olympiateilnehmer Ruth Sophia Spelmeyer, die ihre Saison vor wenigen Monaten verletzungsbedingt abbrechen musste und Eike Onnen, welcher beim Einspringen leider mit seinem Sprungfuß auf der noch etwas nassen Bahn wegrutschte und den Wettbewerb beenden musste, gab es für Niedersachsen bei den 118. Deutschen Meisterschaften einmal Gold, zweimal Silber, einmal Bronze sowie viele weitere Top-Platzierungen unter den besten Acht.






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