Jugendliche präsentieren sich erneut in bestechender Form – Josina Papenfuß läuft zu Doppel-Gold

Die zweifache Deutsche Meisterin Josina Papenfuß (Fotos: Jörg Großmann & NLV)
jg - (30.07.2018) 4x Gold, 5x Silber, 8x Bronze und viele weitere Top-Platzierungen – die Ausbeute niedersächsischer Athletinnen und Athleten konnte sich bei den diesjährigen Deutschen-Jugendmeisterschaften überaus sehen lassen. In 2018 zog es Deutschlands beste Nachwuchssportler der Jugenden U18 und U20 in die Hansestadt Rostock. Auch der häufige Gegenwind von 2 Metern pro Sekunde oder mehr auf der Zielgerade machte den Jugendlichen nicht zu schaffen. Lauf-Ass Josina Papenfuß glänzte mit zwei Meistertiteln über 2.000 Meter Hindernis und 1500 Meter, Sören Hilbig gewann das Hammerwerfen  in neuer persönlicher Bestleistung und Tom Unverricht holte sich auf den letzten Metern den Deutschen Meistertitel über 400 Meter Hürden.

Josina Papenfuß (TSG Westerstede) war an dem Meisterschafts-Wochenende nicht zu stoppen. Erst entschied die U20-WM Teilnehmerin im 2.000 Meter Hindernis-Finale  das Rennen auf der letzten Runde im Endspurt in 6:35,95 Minuten für sich und schlug gleichzeitig die letztjährige U18-Europameisterin Lisa Oed. Am Folgetag lief die 17-Jährige dann noch souverän zu ihrer zweiten Goldmedaille in Rostock über 1500 Meter (4:29,20 Minuten). Nach bereits 500 Metern löste sie sich von der Spitzengruppe und lief von dort an ihr eigenes Rennen, während der Vorsprung auf die Konkurrenz immer größer wurde.  Trainingskollegin Karoline Sophie Löffel (BV Garrel) präsentierte sich ebenfalls zum richtigen Zeitpunkt topfit und erreichte über 1500 Meter Hindernis in der U18 den vierten Platz (4:55,07 Minuten) und über 3.000 Meter in der höheren Altersklasse der U20 den Bronzerang (9:55,57 Minuten).

Der U18-EM-Sechste von Györ, Sören Hilbig (VfR Evesen), knüpfte in Rostock an seine grandiosen Weiten der vergangenen Wochen an. Ohne den am Rücken verletzten Raphael Winkelvoss (Einbecker SV) war die Favoriten-Rolle von Anfang an klar verteilt. Hilbig wurde dieser Rolle mehr als gerecht und warf seinen Hammer im letzten Versuch auf 75,43 Meter. Neue persönliche Bestleistung und ein mehr als verdienter erster Platz für den 16-Jährigen.

Banges Warten gab es für Tom Unverricht (TuS Bothfeld) im Ziel nach seinem 400 Meter Hürden Finale in der U18. Nachdem der Hannoveraner an der letzten Hürde noch mehr als fünf Meter hinter dem Führenden lag, überholte Unverricht in einem fulminanten Endspurt tatsächlich noch den vorne liegenden Thüringer Hannes Lochmüller auf den letzten Zentimetern. Nach Auswertung des Foto-Finishes erleuchtete der Name Unverricht (53,46 Sekunden) als erstes auf der Anzeigetafel und die Freude kannte im Zielbereich keine Grenzen mehr.

Talea Prepens (TV Cloppenburg) sprintete nach einer längeren Verletzungspause zum Anfang der Freiluft-Saison über 100 Meter in der U18 auf den Silberrang (12,07 Sekunden) und zeigte sich auch mit ihrer Bronzemedaille über 200 Meter (24,64 Sekunden) zufrieden. Im 100 Meter Finale standen neben Talea Prepens mit Lilli Böder und Janina-Marie Grünke (beide VfL Eintracht Hannover) auch zwei weitere Niedersachsen, die zu einem grandiosen Abschneiden aus niedersächsischer Sicht beitrugen. Böder lief in 12,23 Sekunden auf den dritten Platz, dicht gefolgt von Grünke auf dem vierten Platz (12,25 Sekunden). Über die halbe Stadionrunde kam dann allerdings Janina-Marie Grünke auf Platz 4 (24,68 Sekunden) vor Vereinskollegin Lilli Böder auf Platz 5 (24,93 Sekunden) ins Ziel.

Auch in der Jugend U20 konnten Niedersachsen mit Top-Platzierungen und starken Leistungen im Sprint glänzen. Tabea Schulz (TSV Wehdel) konnte sich im Ziel euphorisch über einen dritten Platz über 200 Meter (24,47 Sekunden) freuen, nachdem sie am Tag zuvor noch Achte über die halbe Distanz wurde. In den Finalläufen über die Stadionrunde sprintete Luna Bulmahn (VfL Eintracht Hannover) in 55,30 Sekunden zu Bronze und Finn Stuckenberg (LG Osnabrück), welcher noch ein Jahr in der U20 vor sich hat, gab mit seiner Platzierung auf dem sechsten Platz und einer Halbfinalbestzeit von 48,24 Sekunden eine erste Bewerbung für die deutsche 400-Meter-Staffel bei der U20-EM 2019 im schwedischen Boras ab.

Ebenso wie die Sprinter wussten auch die niedersächsischen Läufer von sich zu überzeugen. Jonas Just (LG Osterode) wurde Deutscher Vize-Meister über 1500 Meter in der U18, U18-EM Teilnehmerin Annasophie Drees (VfL Löningen) lief ebenfalls zu Silber über 3.000 Meter und Amelie Vedder (SV Union Meppen) reihte sich auf dem vierten Rang über 800 Meter ein. In der U20 setzte sich Maximilian Pingpank (Hannover Athletics) in einem phänomenalen Schlussspurt über 1500 Meter auf den dritten Platz. 

Merle Homeier (VfL Bückeburg) musste sich in einem vom Winde verwehten Weitsprung-Finale nur der U20-Weltmeisterin Lea-Jasmin Riecke geschlagen geben. 6,30 Meter aus dem ersten Versuch bedeuteten einen überaus zufriedenstellenden zweiten Platz in neuer Saisonbestleistung. Trainingskollege Luis Grewe (VfL Eintracht Hannover) sprang bei Windverhältnissen von -2,9 Metern pro Sekunde Gegenwind während seines besten Versuches auf 6,72 Meter und Rang 4 in der U18. Zur Bronzemedaille fehlte lediglich ein einziger Zentimeter. Jelde Jakob (MTV Wolfenbüttel), welche in der Saison die U18-EM-Norm von 1,76 Meter überquerte, aber leider aufgrund der großen Konkurrenz in der U18 nicht für die EM nominiert wurde, übersprang in Rostock 1,74 Meter und freute sich riesig über den dritten Platz. Jannick Voß (LC Hansa Stuhr) verpasste in einem sehr engen Stabhochsprung-Finale ganz knapp einen Überraschungs-Triumph.  Alle drei Podiumsplatzierten überquerten 4,60 Meter. In der Endabrechnung belegte Voß den Silberrang mit nur einem Fehlversuch mehr als der Erstplatzierte.

In den Wurfdisziplinen der U18 verpassten einige Niedersachsen knapp das Podium. Josefine Klisch (Hannover 96) wurde im Kugelstoßen mit 15,40 Metern Vierte, Meryem Gül (TV Norden) Fünfte im Diskuswurf mit 40,91 Metern und Henriette Heinichen (TuRa Braunschweig) Fünfte im Hammerwurf mit 54,87 Metern.

Bei den abschließenden Staffelwettbewerben erreichte das Quartett des TSV Wehdel um Lea-Marie Kiel, Tabea Schulz, Sara Hannemann und Zoe Gercken als sechsschnellste Staffel der weiblichen Jugend U20 in neuer Bestzeit von 47,42 Sekunden das Ziel. Die Staffel-Jungen der LG Osnabrück liefen im Halbfinale sensationell einen neuen Stadt- und Bezirksrekord Weser-Ems (42,05 Sekunden), konnten im Finale jedoch leider als fünfschnellste Halbfinal-Staffel keine weiteren Plätze nach vorne aufgrund eines Fehlstarts gut machen.

Bei den Langstaffel-Finals der Erwachsenen, welche jährlich im Rahmen der Jugend-Meisterschaften ausgetragen werden, kam das Trio der LG Braunschweig (Andreas Lange, Viktor Kuk, Julius Lawnik) auf den dritten Platz in 7:15,39 Sekunden. Schlussläufer Julius Lawnik musste sich im finalen Endspurt unter anderem dem EM-Teilnehmer für Berlin Timo Benitz geschlagen geben. Für Andreas Lange war es das letzte Rennen seiner Leichtathletik-Karriere.

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