Almas, Freese, Bulmahn - schnelle Zeiten in der Halle

Sprintsiegerin bei den Frauen: Anna-Lena Freese (Foto: Peuke). Unten: 400m-Siegerin Luna Bulmahn, 200m-Sieger der MJ U18 Tim Gutzeit (822) vor Joshua Ahrens (741), Das Hürdenfinale der Männer mit Maximilian Gilde (679) vor Patrick Scherfose (969) (Fotos: Flatemersch)
ur - (21.01.2019) 433 Teilnehmer, 109 Mitarbeiter, eine hohe Präsidiums- und Trainerdichte, Bestzeiten, Ausfälle, Enttäuschungen, Überraschungen und das Wiedersehen mit Athleten und Athletinnen, die dem Wettkampfsport eigentlich schon Adieu gesagt hatten, das waren die Landesmeisterschaften von Niedersachsen und Bremen in der Halle in Hannover.

Vor allem die Sprinter und Sprinterinnen machten mit schnellen Zeiten am ersten Wettkampftag von sich reden. Bei den Männern siegte bei seinem ersten Start für den VfL Wolfsburg Deniz Almas (kommt aus Sindelfingen) über 60 m in 6,87 Sekunden vor seinem Vereinskamerad Johannes Breitenstein (6,91 Sekunden). In dem Wettkampf war mit Phil Grolla (VfL Wolfsburg) auch ein Para-Leichtathlet am Start. Mit seinen 7,23 Sekunden schrammte er nur knapp am A-Finale vorbei, stellte aber mit dieser Zeit seinen eigenen deutschen Rekord ein.

Bei den Frauen war es Anna-Lena Freese (FTSV Jahn Brinkum), die über die 60 m zu einer neuen Bestzeit sprintete. Mit ihren 7,39 Sekunden gewann sie nicht nur den Wettbewerb, sondern knackte auch ihre Bestzeit von 7,42 Sekunden aus dem Jahr 2015 und schaffte die Qualifikation für weitere nationale und internationale Titelkämpfe. Platz zwei ging an Talea Prepens (TV Cloppenburg), die mit 7,60 Sekunden ihre Bestzeit nur ganz knapp verfehlte.

Sie war zwar nach dem Rennen fix und fertig, konnte sich aber über eine neue Hallenbestzeit freuen. Die Rede ist von Luna Bulmahn (VfL Eintracht Hannover), die sich mit 54,88 Sekunden über 400 m als Siegerin um fast eine Sekunde gesteigert hat, sich aber auch völlig verausgabte. Was sie aber nicht daran hinderte, sich am zweiten Wettkampftag über die 200 m in 24,41 Sekunden Silber zu holen hinter Hanna-Marie Studzinski (VfL Eintracht Hildesheim) in 24,32 Sekunden.

Über eine erfolgreiche „Umschulung“ konnte sich Ann-Kathrin Kopf (TSV Otterndorf) freuen. Sie kommt von der 400 –m-Distanz und schult auf die 800 m bzw. 1500 m um. Erster Erfolg der Meistertitel in der Halle von Hannover über die 800 m in 2:14,00 Minuten vor Xenia Krebs (VfL Löningen) 2:14,98 Minuten.

Der Hochsprung der Männer und Frauen hätte ein Highlight der Titelkämpfe werden sollen. Wurde aber vom Ergebnis her zu einer Enttäuschung. Besonders deutlich war der Klassenunterschied bei den Männern. Eike Onnen (Hannover 96) laboriert noch an den Folgen einer Lungenentzündung, so dass der Titel mit 1,92 m an Benjamin Küch (VfL Eintracht Hannover) vor Martin Bargmann (MTV Soltau) 1,92 m ging. Zwischen Onnen und dem Rest der Springer klafft eine Riesenlücke. Viel erwartet wurde auch von Imke Onnen (Hannover 96), die kürzlich mit 1,92 m die Saison eröffnet hatte. Dass sie jetzt mit 1,81 m den Titel gewann, ist schon ein wenig ärgerlich. Als sie dann 1,90 m auflegen ließ, patzte sie dreimal, auch wenn sie bei jedem Versuch aufblitzen ließ, dass sie die Höhe drin hat. Auch mit 1,81 m - und ebenfalls ohne Fehlversuche bis dort hin - wurde Lale Eden (Hannover 96) ebenfalls Meisterin.

Vergnüglich war es, die Sportler und Sportlerinnen zu beobachten, die dem Wettkampfsport eigentlich schon entsagt haben. Zum Beispiel Maximilian Gilde (VfL Eintracht Hannover). Noch zehn Minuten vor dem Titelkampf im Kugelstoßen der Männer fuhr er seinen Nachwuchs im Kinderwagen durch die Halle, bevor sich mit Patrick Scherfose duellierte. Der Sportler der LG Weserbergland) gewann mit 13,58 m, Maxi Gilde holte Bronze mit 13,15 m hinter Ole Bergmann (SV Georgsheil) mit 13,33 m. Über 60 m Hürden hatte dann Maximilian Gilde in 8,33 Sekunden die Nase vorn, Patrick Scherfose holte sich Silber in 8,39 Sekunden.

Ähnlich Annika Roloff (MTV 49 Holzminden). Ihrer Paradedisziplin, dem Stabhochsprung, hat sie entsagt. Ihre Vielseitigkeit stellte sie aber mit dem Titelgewinn über 60 m Hürden der Frauen in 8,57 Sekunden, dem zweiten Rang im Weitsprung mit 5,72 m (hinter der wie stets überzeugenden Merle Homeier, VfL Bückeburg (6,10 m) und dem vierten Rang im Dreisprung mit 11,85 m unter Beweis.

Vermisst wurden einige NLV-Spitzenathleten, die aber alle „gute Gründe“ für ihr Fernbleiben hatten. Fabian Dammermann (LG Osnabrück, 400 m) hat wegen Verletzung die gesamte Hallensaison gestrichen, Ruth Spelmeyer (VfL Oldenburg) gerade vom strapaziösen Trainingslager zurück und Dreispringerin Neele Eckhardt (LG Göttingen) ist erkrankt. So holte sich zum Beispiel im Dreisprung der Frauen die Jugendliche Kira Wittmann (SV Quitt Ankum) den Titel mit 12,46 m.

Erfreulich hohe Teilnehmerfelder gab es im Kugelstoßwettbewerb der männlichen und weiblichen U18 – Jugend. Jeweils mehr als zehn Athleten und Athletinnen traten hier an, gute Motivationsarbeit der Trainer und Trainerinnen.

Der Sprint der MJ U 18 war ein Zweikampf der Ahrens-Zwillinge aus Hildesheim mit Tim Gutzeit vom BTB Oldenburg. Den Titelkampf über 60 m entschied Joel Ahrens (Eintracht Hildesheim) in 7,17 Sekunden vor Tim Gutzeit (7,19 Sek.) für sich. Dafür revanchierte sich Gutzeit über 200 m. Hier gewann er in 22,74 Sekunden vor dem „zweiten Zwilling“ Joshua Ahrens (Eintracht Hildesheim) in 22,79 Sekunden. Arbeitsteilung unter Geschwistern. Im Hoch- und Weitsprung der MJ U18 machte Tim Jäger (MTV Messenkamp) auf sich aufmerksam. Er wurde im Hochsprung mit 1,99 m und im Weitsprung mit 6,31 m Landesmeister.

In der WJ U 18 dominierte Lara Siemer (Rukeli Trollmann e.V.) als Siegerin über 60 m (7,85) und über 200 m (24,84) und als Dritte im Kugelstoßen mit 12,70 m. Gewonnen hat beim Kugelstoßen der WJ U18 Meryem Gül (TV Norden) mit 14,03 m. Mit persönlicher Bestleistung von 1,74m gewann Henrike Rieper (LG Kreis Nord Stade) den Hochsprung. Zwei überlegene Gewinnerinnen gab es auf den Mittelstrecken. Marit Schute (LAV Meppen) über 1500 m in 4:48,94 Minuten und Jasmina Nanette Stahl (Hannover Athletics) über 3000m in 10:00,63 Minuten.

Absolute Stimmungsmacher waren übrigens wieder die Staffelwettbewerbe. Sie brachten die ansonsten eher nüchterne Halle in Hannover zum Kochen und sollten daher auf keiner Meisterschaft fehlen. Normal 0 21 false false false DE X-NONE X-NONE




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